Verein der Funkoffiziere

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Sein richtiger Name ERNST LEITZSCH. Als Ausbilder, Erzieher und Ratgeber an der Seefahrtsschule in Wustrow auf dem Fischland führte er in den Jahren von 1951 bis 1974 als Leiter und Lehrer der Fachrichtung Funk erfolgreich etwa 500 Studenten zum Fachabschluss mit dem Sonderfunkzeugnis bzw. dem Funkpatent II. Klasse für die Hochseefischerei in Rostock und Sassnitz sowie die Deutsche Seereederei (DSR) in Rostock.

Er war ein großer Verehrer der Schauspielerin und Brecht-Interpretin Gisela May.

Ernst Leitzsch wurde am 12.05.1921 in Schmölln (Thüringen) geboren. Nach der erfolgreichen Beendigung der Realschule zog es ihn zur See und er besuchte 1937/1938 die Funkschule in Hamburg mit dem Abschluss des Vorstufen - Funkpatents I. Klasse. Danach fuhr er als Funker auf verschiedenen Handelsschiffen und als 2. Funker auf dem Passagierschiff MS"EUROPA" zur See. Im Jahre 1940 erhielt er nach der geforderten Fahrzeit das I. Klasse Funkpatent.

Nach Kriegsausbruch im Jahre 1939 wurde er eingezogen und mit Befehl zum Marine-Sonderdienst abkommandiert. Auf einem Schiff als Blockadebrecher im Trossschiffsverband der Deutschen Kriegsmarine erfolgte ein mehrjähriger Einsatz als Funker auf einer fernöstlichen Route in Richtung Japan. Nach erfolgreicher Rückkehr heiratete er im Jahre 1944 seine Frau Margot. Bei weiteren Einsätzen in der Levante geriet er in französische Kriegsgefangenschaft und verbrachte als "prisonnier de guerre" einen Teil seiner Jugendzeit in einem Lager in Marokko.

Nach seiner Entlassung 1947 erlebte er in Thüringen die schwere Nachkriegszeit. In den Jahren 1948 und 1949 und 1954 wurden seine Kinder Elke, Lutz und Frank geboren. Bei der Wiedereröffnung der Seefahrtsschule in Wustrow im Februar 1951 zog es ihn wieder an die Küste und er übernahm Ende 1951 als Lehrer und Fachrichtungsleiter den Bereich Funkausbildung. Im Jahre 1962 ging er

wieder auf Große Fahrt auf dem Lehr- und Ausbildungsschiff der DSR, MS"J.G. Fichte" als Ausbildungsleiter für den Praktikumseinsatz der Studenten der Seefahrtsschule Wustrow im Fachbereich Nautik und Funk. Seine letzte Reise auf diesem Schiff absolvierte er Ende 1974.

Am 2. April 1976 ist Ernst Leitzsch nach Herzstillstand verstorben.

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Kommentare und Erinnerungen:

Ernst Leitzsch hat eine ganze Generation von Funkoffizieren geprägt und er hat mit seinen Erfahrungen, Lehrmethoden und seinem beispiellosen persönlichen Einsatz die Funkoffiziere der Handelsschifffahrt und der Hochseefischerei der DDR auch nach ihrem Einsatz in der Praxis im Rahmen des Arbeitskreises Seefunk weiterhin mit Rat und Tat zu ausgezeichneten Fachleuten qualifiziert.
Peter Volk

Auf einer Praktikumsreise auf MS "J.G. Fichte" hat mir Ernesto meine Berufskarriere gerettet, als ich nach einem heftigen Disput mit dem Politoffizier O.K., der mich wegen eines kleinen Risses im 8. Durchschlag der Funkpresse als Staatsfeind Nummer 1 beschimpft hatte, alles hinschmeißen wollte. Er holte mich in seine Kammer, goß mir ein Bier ein und machte mir klar, dass ich mir von so einem ... nicht die Zukunft verhageln lassen brauche.
Detlef Stolz

Bei Ernesto hatten wir u.a. in Wustrow (1960-1963) Funkbetriebskunde.Verwunderlich für uns war, daß er sehr selten Unterlagen einsah. Allerdings hatte er immer eine alte Aktentasche bei sich. Diese war aber sehr flach  und machte den Eindruck zunehmender Schwindsucht.Von unserer Vorgängerklasse hatten wir den Tipp bekommen, in einer Unterrichtspause mal einen Blick in seine Tasche  zu werfen. Gehört und ausgeführt. Der Inhalt seiner öminösen Aktentasche, übrigens steinalt anzusehen, reduzierte sich auf einen abgebrochenen Bleistift und einen abgenutzten Radiergummi. Respekt für diesen Lehrer, denn der hatte den gesamten Stoff einfach im Kopf und konnte ihn trotzdem sehr lehrreich vermitteln.
vy 73 H.-J.Kaiser  u.a. ex  M/S Albin Koebis/DEVK


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