Bild 1
Clubstation IHS
Bild 2
Gründungsversammlung
Bild 3
QSL-Karte Traditionsschiff
Bild 4
Clubstation und Funkraum Traditionsschiff
Bild 5
Funkbake 505,18 kHz
MARCOM - Ein kurzer Abriß

1980 wurde auf Initiative von OM Horst Niendorf gemeinsam mit drei Studenten an der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow eine Amateurfunk-Klubstation ins Leben gerufen und aufgebaut. In den Folgejahren wurden viele QSO's gefahren, da die Station weltweit begehrt war. Leider war auf Grund der gesetzlichen Regelungen ein mobiler Amateurfunkverkehr auf den Schiffen der Handelsflotte nicht möglich.
Erst die politische Wende eröffnete neue Möglichkeiten maritimer Einsätze. Nicht zuletzt deshalb wurde auf Vorschlag von OM Niendorf der MARCOM-Funkverband gegründet. An der Gründungsveranstaltung am 11.4.1990 in zünftiger Umgebung an Bord der LIKEDEELER, einem ehemaligen Frachtschiff der Deutschen Seereederei, nahmen 18 Funkamateure teil. Der Verein wurde unter der Nr. 54 im Mai 1990 in das Vereinsregister der Stadt Rostock eingetragen.
Zunächst wurden für die Vereinsarbeit Räumlichkeiten der Ingenieurhochschule für Seefahrt Warnemünde/Wustrow genutzt, in denen sich auch die Klubstation des Vereins befand.
Die Zielstellung des Vereins zur Förderung des maritimen Amateurfunks konnte nicht erreicht werden. Die politische Wende hatte für die DDR-Flotte dramatische Folgen. Alle 3 Schifffahrtsbetriebe, die teilweise 200 Handelsschiffe und über 100 Fischereifahrzeuge bereederten, waren den Bedingungen der Marktwirtschaft in ihrer derzeitigen Form nicht gewachsen.
Zwar wurden mehrere Kollegen auch an Bord im Amateurfunk aktiv. Jürgen/Y59IA machte z.B. 1990 eine Kubareise. Jedoch wurden derartige Einsätze im Laufe der Zeit immer seltener. Grund dafür waren u.a. hohe Genehmigungsgebühren und eine Vielzahl bürokratischer Klippen.
Schließlich mußten wir auch erfahren, daß immer mehr unserer Kollegen eine Arbeitsstelle an Land suchten und fanden. Der Seemannsberuf hatte an Attraktivität verloren.
Für den Beruf des Seefunkoffiziers gab es auch künftig keine Perspektive. Die Einführung des GMDSS (Global Maritime Distress and Safety System) warf ihre Schatten voraus.
Diese neuen Rahmenbedingungen bestimmten auch notwendige Veränderungen zur Aufnahme als Mitglied in den Verein MARCOM, d.h. eine Öffnung für einen breiteren Interessentenkreis.
Das ehemalige MS DRESDEN/DAVK, ein 10.000-tdw-Frachter, dient seit 1970 als technisches Schiffbaumuseum. Alle wichtigen Anlagen des Schiffes sind im Original geblieben. Maschinenraum, Brücke und Funkraum konnten in ihrer Ursprünglichkeit erhalten werden. Neben diesen Exponaten findet besonders auch die Dauerausstellung '100 Jahre Internationaler Seefunk' starke Beachtung.

1993 wurden erfolgreiche Gespräche mit der Leitung des Schiffbau- und Schifffahrtsmuseums auf dem Traditionsschiff Typ Frieden in Rostock-Schmarl zur Nutzung des Originalfunkraumes für die Stationierung einer Amateurfunkstation geführt. Damit konnte die Tradition fortgesetzt werden, denn bereits kurz nach der Eröffnung des Museumsschiffes konnten Rostocker Funkamateure im Originalfunkraum die Klubstation DM3EA einrichten, die von 1972 bis in die zweite Hälfte der 80er Jahre sehr aktiv auf den Kurzwellenbändern war.
Am 25.06.1993 war der Verein zur Eröffnung der Ausstellung "Ein Jahrhundert Seefunk" bereits mit einem Portabel-Einsatz auf KW QRV. Seit 1994 betreibt MARCOM die Klubstation DL0MCM mit dem S-DOK MCM an Bord des Traditionsschiffes. Seitdem findet das Rufzeichen weltweit großes Interesse. Das konnten die Benutzer der Klubstation in den folgenden Jahren immer wieder zu besonderen Anlässen feststellen.
Die Mitglieder des Vereins haben mit viel Einsatzbereitschaft erfolgreich an Wettbewerben der Amateurfunkorganisationen teilgenommen und eigene Veranstaltungen organisiert. Jährlich waren Mitglieder von MARCOM zu besonderen Museumstagen anwesend und haben den Besuchern Einblick in ihr Hobby gegeben. Zu besonderen Highlights wurden Sonder-DOKs und -Rufzeichen eingerichtet, so unter anderem

  • Warnemünde Lighthouse - DA ØWLH
  • Internationale Gartenbauausstellung IGA2003 – DAØIGA
  • 300. Stammtisch Seefunk FX Intern e.V. - DAØFX

um nur einige zu nennen. Mitglieder von MARCOM waren aber auch international tätig, sowohl beruflich z.B. OM Jörg/DL3NRV auf Spitzbergen oder einfach "in Sachen" Amateurfunk in Afrika, Indien oder auf einer der Inseln im Indischen Ozean.
Seit 2007 läuft die von OM Jörg/DL3NRV geschaffene Funkbake DI2AM auf 505,18 kHz, für die bisher schon mehrere hundert Hörberichte vorliegen.
In 2008 wurden Wege gesucht, das Vereinsleben in neuen Formen weiterzuführen. Nach Gesprächen mit dem Vorstand von Seefunk FX Intern e.V. und innerhalb des Vereins MARCOM wurde der Beschluss gefasst, die beiden Vereine MARCOM und Seefunk FX Intern e.V. zu vereinen. Jetzt arbeitet eine Gruppe MARCOM im Seefunk-FX-intern e.V.
OM Jürgen/DF7TT ist Mitglied im neuen Vorstand. Damit werden die Kräfte gebündelt und der besonderen Verbindung zwischen Amateurfunk und Museumsschiff eine breite tragfähige Basis gegeben.