Verein der Funkoffiziere

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06. April 2017
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Verein der Funkoffiziere

 

Unsere Bemühungen um eine Aufnahme der Morstelegrafie in die internationale Liste Immaterieller Kulturgüter erfahren eine überraschende Unterstützung!

Angeregt durch die Mitteilung der Kultusministerkonferenz, dass die Morsetelegrafie in das bundesweite Verzeichnis Immaterieller Kulturgüter aufgenommen wird, hat der 11jährige Schüler Raphael Klug mit QBasic ein Computerprogramm zum Erlernen des Morsealphabets entwickelt und im Rahmen des Wettbewerbs "Jugend forscht" am 14. und 15.3.2017 in Rostock vorgestellt. OM Detlef Stolz hatte per Mail einen Tip bekommen und den Stand von Raphael Klug besucht und sich das Programm vorführen lassen. Gemeinsam mit seinem Betreuer hat er auch einen Tongenerator mit Lautsprecher zusammengebaut und konnte so sein Programm den zahlreichen interessierten Zuschauern zu Gehör bringen. Alle Achtung, welche Begabung in einem 11jährigen steckt und welches Interesse für die Morsetelegrafie vorhanden ist. Als Anerkennung und Dankeschön wurde ihm eine Kopie der Urkunde über die Aufnahme der Morsetelegrafie auf die nationale Liste übergeben.

Besonders bemerkenswert ist der Schlußsatz unter seiner Präsentation:
"Vielleicht kann meine Arbeit dazu beitragen, dass das Morsealphabet nicht so schnell vergessen wird."

20.15 Uhr Und soeben erfahre ich, dass der junge Raphael mit seiner Arbeit den 1. Preis gewonnen hat.
Gratulation !!

R. Klug

Jugend Forscht 1

Jugend Forscht 2

-...-

Morsetelegrafie oder "Die Kunst in Morsetelegrafie zu kommunizieren"

Funkraum HörenDu sitzt vor deinem Empfänger, die Schreibmaschine bereit und lauschst angestrengt den prasselnden, zischenden und knisternden Geräuschen aus dem Lautsprecher, um die darin enthaltenen kurzen und langen Töne als Morsezeichen zu entziffern. Die Zeichen sind so leise, dass sie durch das Klappern der Schreibmaschine gar nicht mehr zu hören wären. Also heißt es den Stift greifen und Buchstabe für Buchstabe die ankommenden Nachrichten mitschreiben – mühsam, mühsam. Oder du entlockst durch das rhythmische Auf und Ab des Tasthebels deiner Morsetaste saubere Morsezeichen „dhs dhs dhs de … „, wieder und wieder, weil dich die Küstenfunkstelle einfach nicht hört. Wer kann sich noch daran erinnern? Wir, die wir das Hören und Geben von Morsezeichen in vielen Übungsstunden anFunkraum Geben der Seefahrtschule erlernt haben und damit unseren Beruf ausüben konnten. Morsezeichen waren die Sprache des über viele Jahrzehnte wichtigsten Verfahrens zur Kommunikation über große Entfernungen, das unter dem Begriff Morsetelegrafie in die Geschichte eingegangen ist. Nicht jeder konnte sie erlernen und beherrschen und sie war über viele Jahrzehnte die effektivste und beherrschende Möglichkeit der Kommunikation zwischen Schiff und Land. Unter den schwierigen Bedingungen der Seefahrt, auf Handels-, Fischerei-, Kriegs- und Passagierschiffen war nur der Mensch, der Funkoffizier oder Funker, fähig, Morsezeichen aus dem Ätherchaos herauszufiltern, wenn automatische Einrichtungen schon längst versagt hatten.

Logo KulturerbeUnd nun ist die Morsetelegrafie als schützenswertes Kulturgut in die nationale Liste immaterieller Kulturgüter aufgenommen worden. Meldungen dazu können auf diesen Webseiten nachgelesen werden:

www.kmk.org
www.unesco.de
mbwwk.de

Drei Berufs-Kollegen von der Seefunkkameradschaft Bremen haben in der Interessengruppe Kulturerbe Morsetelegrafie (IKM) gemeinsam mit dem Deutsche Amateur Radio Club, in dessen Reihen als einzige Anwender heute noch die Morsetelegrafie gepflegt wird, im Arbeitskreis Kulturerbe Morstelegrafie (AKM) den Antrag dazu erarbeitet und erfolgreich eingebracht.
Wir, der Verein Seefunk FX Intern e.V., haben den Antrag neben weiteren Gruppen und Institutionen mit einem befürwortenden Schreiben unterstützt und damit aufgewertet, so dass die Morsetelegrafie letztlich aus über 280 Bewerbungen neben 26 weiteren Vorschlägen auf die Nationale Kulturerbeliste gesetzt wurde. Damit sind wir laut Deutsche UNESCO Kommission (DUK) berechtigt, das obige Logo als eines, die Tradition der Morsetelegrafie bewahrende und pflegende Gremium, zu verwenden.

Mit dem Eintrag in die nationale Liste ist allerdings erst ein Etappensieg errungen. Ziel ist es, die Morsetelegrafie zum Weltkulturerbe zu machen. Da jedes Mitgliedsland der UNESCO pro Jahr nur ein immaterielles Kulturgut zur Aufnahme in die UNESCO-Liste beantragen kann, sind große Anstrengungen erforderlich, damit sich die Morsetelegrafie gegenüber mehr als zwanzig Mitbewerbern der nationalen Liste durchsetzen kann. Chancen sind vorhanden, denn die Morsetelegrafie war nicht lokal beschränkt, sondern hatte sprachübergreifend weltweite Bedeutung für die Kommunikation. Die durch den AKM benannten drei Orte, die Dokumentationsstellen aufbauen werden, sollten damit nicht nur Anlaufstellen für Interessenten oder Hilfesuchende sein, sondern Wissen und Kenntnisse über die Morsetelegrafie verbreiten helfen:

Heute wird die praktische Anwendung der Morsetelegrafie fast ausschließlich nur noch im Amateurfunk gepflegt, hierzu können sich Interessierte an diese Adresse wenden:

Runder Tisch Amateurfunk (RTA)
Geschäftsstelle Herrn Thilo Kootz
Lindenallee 4
34225 Baunatal

Als eine zentrale Sammelstelle für „Archivalien“ (Schriftgut) hat sich folgendes Museum bereiterklärt:

     Museum für Kommunikation Frankfurt
     Schaumainkai 53
     60596 Frankfurt                   
 (www.mfk-frankfurt.de)

Zur Entgegennahme von Geräten und Hilfsmitteln aus den unterschiedlichsten Morseanwendungen ist bereit:

Museum Norddeich Radio e. V.
Mittelstraße 4a
26506 Norden

Wir, der Verein Seefunk FX Intern e.V., haben dem AKM unsere Bereitschaft erklärt, mit den beiden letztgenannten Stationen Kontakt aufzunehmen und abzustimmen, wie und in welcher Form wir Zeitdokumente und Objekte der Morsetelegrafie für diese Zwecke zur Verfügung stellen wollen, ohne dabei unsere Ausstellung auf dem Traditionsschiff zu „entblößen“. Darüber hinaus haben wir angeregt, mögliche künftige Nachlässe unserer Mitglieder und ehemaligen Kollegen auf geeignete Verwendung in diesen Stationen zu prüfen. Unabhängig von diesen Bemühungen sehen wir uns in unserem Handeln bestätigt, mit unserer Ausstellung „100 Jahre internationaler Seefunkdienst“ im Schiffbau- und Schifffahrtsmuseum auf dem Traditionsschiff MS „Dresden“ in Rostock-Schmarl, einer der wohl wichtigsten Anwendungen der Morsetelegrafie, dem Seefunkdienst, ein maritimes Denkmal gesetzt zu haben. Der Original-Funkraum des Schiffes dient heute den Funkamateuren der Gruppe Marcom als Amateurfunk-Clubstation und ist unter dem Rufzeichen DL0MCM ein weltweit bekannter und begehrter Standort.

Museumsschiff MS Dresden

Mit der steten Aktualisierung dieser ständigen Ausstellung unterstützen wir ebenfalls die Anstrengungen für die internationale Anerkennung der Morsetelegrafie als immaterielles Kulturgut.

 

Rostock, im Januar 2015

Detlef Stolz Webmaster
www.seefunk-fx-intern.de